Chronik Spielverein 1950-1990

Spielverein von 1950 – 1990

Seniorenbereich

Gleich in der ersten Spielsaison nach dem Zusammenschluss konnte die erste Mannschaft einen schönen Erfolg melden. Der Aufstieg in die 1. Kreisklasse wurde geschafft.

Diese Klassenzugehörigkeit hielt jedoch nicht lange an. Bereits nach zwei Jahren musste man zurück in die 2. Kreisklasse. Dies änderte aber nichts an der Tatsache, dass in Holz munter weiter Fußball gespielt wurde. In den weiteren Jahren rückte aus der Jugend so mancher gute Spieler nach und 1958 hatte man wieder eine gute Mannschaft beieinander. Diese konnte 1959 im DFB-Pokal so gute und bekannte Mannschaften wie FC Orken, Odenkirchen 05/07 und TuS Grevenbroich ausschalten. 1960/61 schaffte sie den Aufstieg in die 1. Kreisklasse.

Für die Betreuung dieser erfolgreichen Mannschaft zeichnete Peter Mostert verantwortlich.

Diese Mannschaft stand 1963 kurz vor dem Aufstieg in die Bezirksklasse. Im Endspurt um die letzen Punkte fehlte jedoch Nervenkraft und Konzentration.

In der Spielsaison 1966/67 konnte der damalige Jugendleiter Peter Esser, welcher zu vielen namhaften Vereinen und Fußballgrößen persönlichen oder brieflichen Kontakt hatte, ein Freundschaftsspiel gegen die erste Lizenzmannschaft von Borussia Mönchengladbach organisieren.

Hans Mostert, als zuständiger Mann für den Spielbetrieb, verstärkte seine Mannschaft mit Spielern aus den Nachbarorten. Trotzdem war sportlich gegen eine so gute Mannschaft nichts auszurichten, jedoch der Kassierer und die Zuschauer waren voll zufrieden. Einen riesigen Lacherfolg erzielte der damalige Mittelstürmer von Borussia Mönchengladbach, Peter Meier, als es ihm gelang, einen Ball nicht nur übers Tor zu schießen, nein, dieser überflog auch noch das Mühlengebäude, welches weit hinter dem Tor steht.

Etwa bis 1970 konnte man in der 1. Kreisklasse gut mithalten. Aber dann zeigte sich, dass in einem so kleinen Ort wie Holz die Spielerdecke sehr klein ist und Jugendliche rückten nur noch spärlich nach. So ist es erklärlich, dass 1972 der erneute Abstieg aus der 1. Kreisklasse erfolgte. Im Jubiläumsjahr 1975 stellte sich sogar der Abstieg in die 3. Kreisklasse ein.

Trotz Abstieg organisierte der Vorstand für das Jubiläumsjahr eine Sportwoche. Diese fand am 29. Mai bis 8. Juni auf dem Sportplatz an der Mühle statt. Knüller dieser Sportwoche war natürlich, dass es dem Präsidenten Hartmut Schmitz gelungen war, gleich im Jahr der kom­munalen Neugliederung alle Fußballvereine der neuen Gemeinde Jüchen zu einer Gemeindemeisterschaft nach Holz einzuladen.

Die Schirmherrschaft hatten Bürgermeister Peter Giesen und Hans Diekmann übernommen. Da die Gemeinde Hochneukirch schon zu diesem Zeitpunkt als aufgelöst galt und die neue Gemeinde Jüchen noch keinen Gemeindedirektor gewählte hatte, musste der Gastgeber den Schirmherrn wie folgt beschrieben vorstellen: Schirmherr Hans Diekmann – Beauftragter für die Aufgaben des Gemeindedirektors.

Das Eröffnungsspiel Hochneukirch gegen Otzenrath wurde vom stellvertretenden Bürgermei­ster Wilhelm Dürselen angestoßen. Das ZDF-Torwandschießen wurde vom Schirmherrn Hans Diekmann persönlich eröffnet.

Im Endspiel standen sich nun die Mannschaften von Jüchen und Holz gegenüber. Hier sorgten die Fußballer von Holz für einen weiteren Knüller. Sie konnten Jüchen mit 3 : 0 klar bezwingen. Die Schirmherren Bürgermeister Peter Giesen und Hans Diekmann nahmen die Siegerehrung vor.

Im Rahmenprogramm der Sportwoche konnte die Traditionsmannschaft vom SV Holz ein 3 : 3 gegen die spielstarke AH vom SV Worringen erzielen. Ein Blitzturnier der AH-Mannschaften aus dem Gemeindegebiet Jüchen wurde von Hochneukirch gewonnen.

Im Jahre 1976 wurde in Holz über eine gemeinsame Arbeit mit dem VfB Hochneukirch laut nachgedacht. Präsident Hartmut Schmitz hatte auch bereits mit dem Vorsitzenden Willi Schurff von Hochneukirch Vorgespräche geführt. Eine Vollversammlung pfiff jedoch dieses Vorhaben zurück. Die Presse hatte bereits schon voreilig berichtet.

Im Jahre 1977 gelang es wieder in die 2. Kreisklasse aufzusteigen. Hans Mostert, der viele Jahre für die Betreuung der Fußballmannschaften zuständig war, sah seine mühevolle Arbeit bestätigt.

Mit ihm freuten sich die 13-15 Stammspieler, die von den erfahrenen Spielern Gottfried Kirchrath, Josef Bulik und Dieter Jagdfeld geführt wurden.

Die Freude hielt jedoch nicht lange an. Bereits nach einjähriger Zugehörigkeit zur 2. Kreis­klasse mußte der Weg in die 3. Kreisklasse wieder angetreten werden. Trotz vieler Mühe konnte kein erneuter Aufstieg mehr geschafft werden.

Im Jahre 1982 war man noch einmal ganz kurz daran. Der erste Tabellenplatz wurde ganz knapp verpasst. In der anschließenden Aufsstiegsrunde langte es auch nicht. Es war einfach nicht mehr drin, wie Sportler so schön sagen.

1983 konnte man jedoch nochmals für eine Überraschung sorgen. Man errang zum zweiten Male die Fußballgemeindemeisterschaft. Spieler sowie Obmann Karl-Heinz Ehms waren wohl selbst überrascht und freuten sich deshalb riesig. Eine Siegesfeier mit Umzug (Traktor und Hänger) durch Holz und Hochneukirch war fällig.

Die Meisterschafts-Spielsaison 1983/84 im Fußballkreis 4 Mönchengladbach-Viersen ließ schon bei Meldung der Mannschaft auf eine schwierige Saison schließen, da der Spielerkreis für eine Mannschaft sehr klein war. Leider trat das ein, was man unbedingt vermeiden woll­te. Zu der dünnen Spielerdecke kamen Ausfälle, bedingt durch berufliche Erfordernisse und Verletzungen bei einigen Spielern. Weitere Ausfälle, bedingt durch Spielsperren wegen unsportlichem Verhalten konnten auf Dauer nicht verkraftet oder durch Auffüllen von Spie­lern aus der Alten Herren Mannschaft kompensiert werden. Der Vorstand und die sportliche Leitung der Fußballabteilung setzten sich zusammen, analysierten die Situation und kamen zu dem Entschluss, dass eine Weiterführung unter diesen Bedingungen nicht vertretbar ist. Man zog daher die Mannschaft im Februar 1984 während der Saison vom Spielbetrieb zurück.

Im Herbst 1984 liefen Bestrebungen im Dorf, wieder aktiven Fußballsport auf die Beine zu stellen. Anfang 1985 schienen diese Bestrebungen und Bemühungen zweigleisig und nicht im Sinne des Spiel- und Bürgerverein 1925 Holz e.V. zu laufen. Präsident Hartmut Schmitz sah sich gezwungen in diese Entwicklung einzugreifen. Bei einer Vorstandssitzung im März 1985 versuchte er mit seinen Vorstandskollegen und den verantwortlichen Kollegen in der sportli­chen Leitung die Lage zu analysieren. Für Mitte Mai 1985 wurde eine Aussprache zwischen Vorstand, Leitung und Betreuung der Fußballabteilung sowie alle für den aktiven Fußball in Frage kommenden Fußballer, eingeladen. Heftig wurde diskutiert und Argumente für und wider gegen einen neuen aktiven Senioren-Fußball ausgetauscht. Hier konnte letztlich Dieter Jagdfeld mit einem klaren Konzept für einen neuen Start sich durchsetzen und erhielt den Auf­trag den Spielbetrieb aufzubauen. Für diese zeitintensive Aufgabe konnte er im sportlichen Bereich die Mitarbeit von Manfred Dederichs gewinnen und für die Koordination zwischen Mannschaft, Geschäftsführung und Vorstand, Egon Jansen. Als Geschäftsführer arbeitete Nor­bert Dederichs.

Durch intensive Arbeit im sportlichen Bereich, wie auch bei der Zusammenarbeit mit dem Vorstand des Vereins , konnten schon schnell Fortschritte in Richtung Spielbetrieb erzielt wer­den. Die erste Bewährungsprobe im organisatorischen Bereich stellte sich schnell ein. Im Rahmen der 50 Jahrfeierlichkeiten des Spiel- und Bürgerverein 1925 Holz e.V. bekam die Fußballabteilung die Ausrichtung der Fußballgemeindemeisterschaft übertragen. Die Sportabteilung organisierte eine Sportwoche vom 2. – 7. Juni 1985 auf dem Sportplatz in Hoch­neukirch, jedoch ohne eine eigene Mannschaft. Diese Sportwoche wurde ein voller Erfolg und brachte auch neue interessierte Fußballer für den Aufbau neuer Senioren-Mannschaften. An den Meisterschaftsspielen im Fußballkreis 4 Mönchengladbach-Viersen nahm für die Saison 11985/86 wieder eine Mannschaft teil.

Die Spielsaison 1987/88 bescherte der Fußballabteilung einen schönen Erfolg. Die 1. Mann­schaft wurde mit 6 Punkten Vorsprung Tabellenerster und schaffte damit den Aufstieg in die Kreisliga B. Auch die 2. Senioren-Mannschaft konnte in der Meisterschaftsrunde einen Platz im ersten Drittel der Tabelle belegen. Eine schöne Bestätigung für die sehr engagiert arbeitenden Mannen Dieter Jagdfeld und Manfred Dederichs mit Umfeld. Leider zeigte sich sehr schnell, dass die nächste Spielsaison in der Kreisliga B nicht nur erhöhte Anforderungen an das sportliche Vermögen der Spieler stellte, sondern auch Begehrlichkeiten seitens der Spieler und der Wettbewerber, wie leider auch im Umfeld des Vereins. Spielerabwanderungen brachten Probleme für den Spielbetrieb, wozu sich noch weitere Probleme in der Betreuung und des Umfeldes hinzugesellten, veranlassten den Vorstand für die Spielsaison 1989/90 keine Mannschaft zu melden. Man musste einsehen, dass für ein Dorf wie Holz mit etwas mehr als 500 Einwohnern das Spielermaterial aus dem Dorf nicht verfügbar ist. Einzige Alternative, externe Spieler anwerben, was bereits im Amateursport schon sehr kostenintensiv ist. Hier sah der Vorstand keine Möglichkeit und war sich wohl auch klar, dass für längere Zeit, wenn nicht für immer, der Fußballsport in Holz nicht mehr möglich ist.

Jugendabteilung

Die Jugendabteilung wurde nach dem Kriege von Werner Dederichs, Heinz Budzinsky, Hans Mostert und Peter Esser geführt. Überwiegend beteiligte der Verein sich mit zwei Jugendmannschaften an den Punktspielen.

1967 organisierte der damalige Jugendleiter Peter Esser einen mehrtägigen Ausflug an die Bergstraße. Höhepunkt dieser Fahrt war ein Besuch im Hause Sepp Herberger. Dort gab es Kakao und Kuchen und der Altbundestrainer erzählte aus seiner Trainertätigkeit als Bundestrainer.

Von diesem Erlebnis war die Holzer Fußballjugend sehr lange begeistert und man erzählte noch lange von diesem Besuch. Aber auch in der Jugendabteilung wurde es immer schwieri­ger, aufgrund der dünnen Spielerdecke Mannschaften zu bilden. 1969 musste man gar den Spielbetrieb einstellen.

1976 drängte der Fußballverband den SV Holz die Jugendarbeit wieder aufzunehmen. Da man aber nicht genügend Jugendspieler zur Verfügung hatte, steuerte man eine Zusam­menarbeit mit dem VfB Hochneukirch an und brachte in diese Zusammenarbeit ca. 12 Jugendliche unterschiedlicher Altersstufen ein. Holz übernahm zudem die Betreuung einer C-Jugendmannschaft. Diese Zusammenarbeit überlebte allerdings nur 1,5 Jahre und Holz war wieder ohne Jugendmannschaften.

Erst im Jahre 1980 wurde man wieder aktiv. Die ehemaligen Seniorenspieler Gottfried Kirchrath und Hartmut Schmitz stellten eine Mannschaft zusammen. Diese nahm dann auch 1981 den Spielbetrieb auf. Die Betreuung übernahm Dieter Jagdfeld mit Norbert Schnei­ders. 1983 wurde Jürgen Peters von der Generalversammlung zum Jugendleiter gewählt. Er betreute dann selbst eine C-Jugend.

“Für die Spielsaison 1984/85 wurden zwei Mannschaften dem Fußballkreis Mönchenglad­bach-Viersen für die Meisterschaftsrunde gemeldet. Eine B-Jugend- und eine C-Jugend- mannschaft als Spielgemeinschaft mit Otzenrath. Jürgen Peters und Hans Fischer betreuen diese beiden Mannschaften.

1985 wurde von der Jugendabteilung die Gemeindemeisterschaften für C-Junioren ausge­richtet. Die von Jürgen Peters betreute C-Junioren-Mannschaft Holz/Otzenrath (Meldung beim Fußballverband unter Holz) konnte mit 5 : 1 Punkten und 6 : 2 Toren die Gemeindemeisterschaft erringen. In der Siegermannschaft spielten folgende C-Jugend-Spieler: Frank und Ralf Coumans, Erik Treppner, Cengiz Sadiklar, Volker Fischer, Christoph Müller, Dirk Winkler, Frank Jagdfeld, Uwe Herzogenrath, Axel Müschen, Dirk Dicken, Oliver Jansen, Marcel Abels, Murat Saytürlc.

In der Spielsaison 1985/86 spielten in der Spielgemeinschaft Holz/Otzenrath jeweils eine B- und C-Junioren-Mannschaft. 1986 richtete die Jugendabteilung des S.V. Holz die Gemein­demeisterschaften für die A-, B- und C-Junioren aus. Die B-Junioren Holz verpassten bei Punktgleichheit und bei nur einem Tor Rückstand die Gemeindemeisterschaft und mussten sich mit Platz 2 begnügen und dem ewigen Rivalen Hochneukirch den Vortritt lassen.

1987 kandidierte Jürgen Peters nicht mehr als Jugendobmann, er wolle sich nur noch als Schiedsrichter im sportlichen Bereich betätigen. Sein Nachfolger wurde Hans Fischer.

Leider zeichnete sich auch in Holz der allgemeine Trend im Jugendfußball ab. Jugendspieler für die Bereiche A- und B-Junioren werden immer weniger und jüngere Jahrgänge wachsen nicht nach. So war es für Hans Fischer schwer weiter aktiven Jugendfußball zu betreiben. Mit Ende der Spielsaison 1987/88 kam dann das aus.

AH-Mannschaft

Eine AH-Mannschaft wurde 1950 gegründet. In den 60er Jahren spielte diese AH-Mannschaft sehr erfolgreich gegen so bekannte Vereine wie 1. FC Köln, Köln-Zollstock, Bonn-Dransdorf. Auch bei den jährlich durchgeführten Turnieren der Rheinischen Post konnte man schöne Erfolge erzielen.

Die AH-Mannschaft führte sowohl im sportlichen wie auch im wirtschaftlichen Bereich ein Eigenleben, wobei die sportlichen Belange im Senioren-Bereich unterstützt wurden. Die guten sportlichen wie auch kameradschaftlichen Kontakte zu vielen AH-Mannschaften im engeren und weiteren Umfeld von Holz wurden sehr intensiv gepflegt und brachten immer wieder gute Wettkampfspiele und kameradschaftliche Begegnungen. Zahlreiche Fußballtur­niere wurden selbst veranstaltet und an Turnieren bei befreundeten Mannschaften nahm man jeweils mit großem Erfolg teil.

1985 im Jubiläumsjahr des Spiel- und Bürgerverein 1925 Holz e.V. feierte die AH-Mann­schaft mit einem großen AH-Turnier ihr 35jähriges Bestehen. Die Turnierspiele fanden auf der Sportanlage in Hochneukirch mit vielen Zusatzaktivitäten außerhalb des Spielfeldes statt. Die Jubiläumsfeier mit Ehrung der Turniersieger fand im Vereinslokal der AH-Mannschaft Wulfert statt. Was im Junioren- wie auch im Seniorenbereich nicht abgewendet werden konnte, stellte sich zeitversetzt auch in der AH-Mannschaft ein. Es fehlten aktive Spieler, so musste man den Spielbetrieb 1995 schweren Herzens einstellen. Einige AH-Fußballer, die stets mit dem Herzen bei der Sache waren und nicht auf das kameradschaftliche Miteinander verzichten wollten, treffen sich fortan in regelmäßigem Turnus beim Kegelsport. Hierzu gehört auch ein jährlicher Ausflug.